09. März 2026
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„Durchforstungsarbeiten“: Auch gesunde Bäume gefällt

Baumfällungen im Waldstück bei Henrichenburg sorgen für Fragen bei Anwohnern

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„Im Waldstück zwischen dem Fußballplatz des TuS Henrichenburg und dem Kanal wurden erhebliche Baumfällarbeiten durchgeführt“, meldete uns ein Leser. Dass manchmal ein Wald „gesäubert“ werden müsse, sei ihm bewusst. Dennoch werfe das Vorgehen Fragen auf. Seiner Ansicht nach seien nämlich „vorwiegend gesunde, große Eichen“ gefällt worden. „Tote und markierte Bäume wurden hingegen stehen gelassen.“


Vor Ort ist das Ergebnis der Rodungsarbeiten vom Fußballplatz bis zum Spielplatz unweit des Friedhofs deutlich zu sehen. Überraschend kam die Maßnahme nicht. Im Januar hatte der EUV Stadtbetrieb anstehende „Durchforstungsarbeiten“ angekündigt. In einer entsprechenden Pressemitteilung hieß es dazu: „Trockenheit, Sturmschäden oder auch Pilzerkrankungen schaden gesunden Bäumen. Sie werden morsch und krank. Und sie drohen dann umzustürzen, gefährden somit die Verkehrssicherheit und Bebauungen oder infizieren gesunde Bäume. Aus diesem Grund (…) müssen im Laufe des Jahres mehrere Bäume in Forstgebieten im Stadtgebiet gefällt werden. (…)“ Unter anderem wurde auch das Areal in Henrichenburg genannt. „Es werden gezielt instabile und geschädigte Bäume (…) entnommen“, kündigte der EUV an. Wiederaufforstungen seien vorgesehen, „sofern es keinen natürlich nachfolgenden Aufwuchs gibt“. Zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit dürfte der EUV als zuständige Stelle auch Fällungen während der Vogelschutzzeit vornehmen beziehungsweise veranlassen. Um zugleich die Tierwelt zu schützen, erfolge vor den Fällarbeiten eine Artenschutzkontrolle.


Welche Bäume wurden in Henrichenburg gefällt? Und waren sie alle morsch und krank? Wir fragten beim EUV nach. Die Bäume, die „entnommen“ wurden, seien durchmischt gewesen: amerikanische Roteiche, Ahorn und Buche, sagt EUV-Sprecherin Sabine Latterner.


In der Tat seien im Zuge der Maßnahme auch gesunde Bäume gefällt worden. „Da Bäume wachsen und die Baumkronen größer werden, bedrängen sich die Bäume gegenseitig. In dem Fall werden dann die vitaleren Bäume – obwohl die angrenzenden Bäume auch gesund sind – begünstigt“, erklärt Sabine Latterner. Hintergrund sei, dass der Wald auf nachhaltige Weise und gemäß strengen Standards bewirtschaftet werden müsse. Dazu gehöre auch, „dass angemessene Totholzanteile und Habitatbäume im Wald verbleiben, weil sie Lebensraum für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten sind.“ Insbesondere Habitatbäume hätten somit hohen ökologischen Wert und gehörten zu einer multifunktionalen Forstwirtschaft dazu. „Aus diesem Grund werden diese Bäume als Habitatbäume gekennzeichnet, damit sie bei einer solchen Durchforstung geschont werden“, so die EUV-Sprecherin.


  • Quelle(n): CASNews & EUV-Stadtbetrieb

Autor

Nina Möhlmeier

Nina Möhlmeier

Freie Mitarbeiterin